NRW Waldgesetz 2026 –
Landesforstgesetzes Entwurf . Seit Tagen reden Mountainbiker in NRW über den möglichen Entwurf des neuen Landeswaldgesetzes.
Und ganz ehrlich? Mir macht das gerade richtig Bauchschmerzen.
Nicht, weil ich irgendwem den Wald wegnehmen will. Ganz im Gegenteil.
Es gab schon mal so einen Entwurf, hier gehst es lang zu meinen Alter BlogArtikel
Da dürften wir dann bald, wohl nicht mehr Fahren!
NRW Waldgesetz 2026 – Entwurf . Ich fahre seit vielen Jahren Mountainbike, seit rund vier Jahren zusätzlich E-MTB und ab und zu auch noch Gravelbike. Für mich ist der Wald kein Freizeitpark, sondern Rückzugsort, Ausgleich, Ruhe und Freiheit. Und genau so geht es fast allen Bikern, die ich kenne.
Die meisten Mountainbiker lieben den Wald. Sie achten darauf, keinen Müll liegenzulassen, respektieren Wanderer und verbringen mehr Zeit in der Natur als viele Menschen, die uns gerade erklären wollen, wie Naturschutz funktioniert.
NRW Waldgesetz 2026 – Entwurf
Ja, Mountainbiken hat Auswirkungen. Jede Nutzung des Waldes hat Auswirkungen. Spaziergänger, Forstmaschinen, Hunde, Reiter, Jagd, Sturmholz, Klimawandel. Aber die wissenschaftliche Lage zeigt eben auch, dass Mountainbiken nicht pauschal der große Waldzerstörer ist, als der wir oft dargestellt werden.
Und genau deshalb macht mir dieser Entwurf Sorgen.
Wenn künftig nur noch offiziell gekennzeichnete Trails legal befahrbar wären, würde das die Realität des Mountainbikens komplett verändern. Viele Home Trails, die seit Jahrzehnten gefahren werden, wären plötzlich problematisch.
Dann fährt man nicht mehr frei durch die Natur, sondern von Schild zu Schild.
Und das ist für viele Menschen nicht das, warum sie überhaupt Mountainbike fahren.
Noch schlimmer ist aber etwas anderes:
Es werden keine echten Alternativen geschaffen.

Seit Jahren hört man von Kommunen und Behörden meistens nur:
„Geht nicht.“
„Darf nicht.“
„Nicht genehmigungsfähig.“
Wer versucht, legale Lösungen zu schaffen, Vereine zu gründen oder offizielle Trails aufzubauen, rennt oft gegen Wände aus Bürokratie, Zuständigkeiten und Ablehnung.
Und genau deshalb verstehe ich auch die Fahrradindustrie nicht.

NRW Waldgesetz 2026 – Entwurf . Spätestens seit der Zwei-Meter-Regel in Baden-Württemberg hätte die Industrie eigentlich geschlossen aufstehen müssen. Und jetzt passiert das Gleiche gefühlt wieder in NRW. Aber man hört fast nichts.
Dabei reden wir hier über die Grundlage ihres gesamten Geschäftsmodells.
Denn irgendwann stellt sich doch automatisch die Frage:
Warum soll ich mir in Zukunft überhaupt noch ein Mountainbike oder Gravelbike kaufen, wenn ich es am Ende kaum noch so nutzen darf, wie diese Fahrräder eigentlich gedacht sind?
Warum investieren Menschen mehrere tausend Euro in moderne Fahrräder, Fahrwerke, Bremsen, Reifen, Schutzkleidung, Reisen und Technik, wenn immer mehr natürliche Trails verschwinden oder nur noch mit Genehmigungen und Beschilderungen befahrbar sind?
Dann kann ich auch einfach nur noch in Bikeparks fahren und mir dort für einzelne Tage ein Fahrrad ausleihen. Das wäre auf Jahre gerechnet wahrscheinlich sogar günstiger.
Und genau diese Frage müsste die Industrie sich eigentlich längst selbst stellen.
Wofür werden denn moderne Mountainbikes entwickelt?
Für breite Schotterwege?
Oder dafür, Natur, Trails und Landschaft sportlich erleben zu können?
Wenn man immer mehr Trails einschränkt, keine neuen legalen Möglichkeiten schafft und gleichzeitig bestehende Nutzungen zurückdrängt, dann nimmt man einer kompletten Szene langfristig die Grundlage.
Und das betrifft nicht nur Mountainbikes.
Das betrifft auch Gravelbikes und generell alles, was sich legal bis 25 km/h im Wald bewegt.

NRW Waldgesetz 2026 – Entwurf . Für mich persönlich würde das sogar bedeuten, dass Veranstaltungen wie meine Kohlrouladenrunde irgendwann kaum noch vernünftig umsetzbar wären.
Und zwar nicht, weil ich keine Lust darauf hätte. Ganz im Gegenteil. Ich liebe diese Veranstaltung.
Aber wenn ich als Einzelperson irgendwann anfangen muss:
jede Strecke vorher einzureichen,
genaue Routen offenzulegen,
Uhrzeiten anzugeben,
Genehmigungen einzuholen,
mich mit Behörden, Zuständigkeiten und Auflagen herumzuschlagen,
dann entsteht ein bürokratischer Aufwand, den man privat irgendwann kaum noch stemmen kann.
Und genau das zerstört am Ende die Freiheit und Spontanität, die Mountainbiken für viele Menschen überhaupt erst ausmacht.
Genau das erzeugt Frust.
Nicht, weil Mountainbiker unbedingt Regeln brechen wollen.
Sondern weil viele das Gefühl haben, dass sie immer weiter verdrängt werden, ohne dass gleichzeitig vernünftige Alternativen entstehen.
Ich warte aktuell noch auf die offizielle Rückmeldung beziehungsweise den Originalentwurf aus dem Ministerium, um die Inhalte sauber journalistisch aufzuarbeiten und nachzufragen.
Aber falls dieser Entwurf tatsächlich in dieser Form kommen sollte, dann betrifft das nicht nur ein paar Sportler.
Dann betrifft das eine komplette Outdoor-Kultur in Nordrhein-Westfalen.
NRW Waldgesetz 2026 – Entwurf , https://www.dimb.de