Zwischen Konzert, Knieziehen und langsam wieder Flow
Ich war in den letzten Wochen eigentlich ziemlich produktiv. Und ich merke auch, dass ich viel mache, um den Kopf frei zu kriegen. Dennoch fällt es mir gerade schwer, alles sauber in Einklang zu bringen. Ich schlafe unruhig. Sehr unruhig. Dadurch entstehen Konzentrationsschwierigkeiten. Und trotzdem schaffe ich es dann irgendwie wieder, Anfragen für den Podcast rauszuschicken, Dinge anzustoßen, Gespräche zu führen. Wie genau ich das hinkriege, weiß ich manchmal selbst nicht.
Der Februar war zum Ende hin aber gar nicht schlecht. Im Gegenteil. Ich war auf dem Deftones-Konzert in Dortmund, Westfalenhalle. Eine Band, die ich seit den Neunzigern kenne. Früher, als ich noch in der Musikbranche gearbeitet habe, habe ich mir immer eingeredet: Ach, die siehst du schon noch. Du bist ja in der Branche. Du bekommst eh Plus Eins.
Was für ein Irrglaube.
Plus Eins heißt: Gästeliste. Kein Eintritt. Und man darf noch jemanden mitnehmen. In der Branche ist das nichts Ungewöhnliches. Man fragt höflich an, der Booker sagt meistens ja, kennt man ja. Fertig. Manchmal zahlt man noch einen kleinen Betrag für einen guten Zweck. Alles völlig legitim, wenn man in diesem System arbeitet.
Aber ich bin nicht mehr in dieser Branche. Und ich finde, dann gehört es sich nicht, so etwas noch einzufordern. Also habe ich mir ganz normal ein Ticket gekauft. Und bin hingegangen.
Und es war grandios. Bombes dumasch. Wirklich.
Was mir am meisten aufgefallen ist: Ich konnte Musik wieder genießen. Früher habe ich Konzerte analytisch betrachtet. Marketing. Bühnenpräsenz. Warum wird der Wirbel so gespielt. Warum klingt die Gitarre live anders als auf CD. Heute ist mir das egal. Künstlerische Freiheit. Ausdruck. Energie. Und ich stehe einfach da und nehme es an.
Das hat mir gutgetan. Sehr gutgetan.
Ich werde jetzt kein Dauer-Konzertgänger, aber ab und zu wieder auf Shows gehen, das könnte mir guttun.
Zurück zu mir.
Ich teste gerade mein Chilo-Bike und muss dazu endlich ein Video produzieren. Ebenso steht noch ein Video zu Reifen an, unter anderem mit Komponenten von E13 Bike Components. Da muss ich auch noch ran. Es gibt viel zu tun. Sehr viel.
Und trotzdem merke ich: Ich komme langsam wieder in meinen Flow. Ja, genau so. F-L-O-W.
Die Kohlrouladenrunde füllt sich weiter. Mehr Gäste melden sich an. Das motiviert. Es passiert etwas.
Gestern, am 25.02., war bombastisches Wetter. Ich habe eine längere Mountainbike-Tour hingelegt. Fast 46 Kilometer. Keine Sprünge, keine wilden Manöver. Unsere offiziellen Strecken auf den Halden sind geschlossen, was absolut richtig ist. Der Boden ist zu weich. Manche kapieren es leider nicht, dass man mit dem Bike mehr kaputtmacht, als man denkt. Egal ob 60 oder 90 Kilo Fahrergewicht. Kräfte wirken anders. Der Boden muss sich setzen. Vereine investieren da viel Arbeit. Das sollte man respektieren.
Die Tour tat mir gut. Zumindest dachte ich das erst.
Unterwegs merkte ich, dass mein linkes Knie wieder zog. Unten rechts am Knie bis Richtung Unterschenkel. Auch mein rechter Unterarm meldete sich. Nach der Tour war ich komplett platt. Wirklich leer. Um 17 Uhr lag ich im Bett und habe geschlafen.
Heute Morgen bin ich um kurz nach eins wach geworden, habe dann wieder bis sieben geschlafen. Jetzt sitze ich hier. Systeme aktualisiert. Projekte geordnet. Blogartikel geschrieben.
Und das Interessante: Vom Kopf her geht es mir gerade gut. Das Brummen auf den Ohren, das ich die letzten Tage hatte, ist weg. Der Druck ist weniger. Ich fühle mich klarer.
Der Körper meldet sich, ja. Aber der Kopf fühlt sich stabil an.
Und während ich das hier schreibe, überlege ich tatsächlich, mich gleich wieder aufs Rad zu setzen. Nicht aus Trotz. Nicht aus Zwang. Sondern, weil ich Lust habe.
Es ist noch nicht alles im perfekten Gleichgewicht. Aber es bewegt sich.
Langsam.
Ehrlich.
Und in meine Richtung.