Es ist eine Weile her, seit ich hier etwas geschrieben habe. Kein großes Warum, kein großes Wieso. Es ist einfach viel passiert seit dem letzten Blogpost Ende Februar.
Ich war auf der Cycling World in Düsseldorf. Zwei Tage Messe, viele Eindrücke, viele Gespräche. Währenddessen ging es mir gut. Ich war präsent, hatte Energie, war drin. Kaum war ich wieder zu Hause, kam dieser bekannte Schalter. Ruhe – und direkt danach ein gewisser Stress im Kopf. Schwer zu greifen, aber da.
In der Zwischenzeit habe ich ein neues Fahrrad bekommen, es umgebaut, alles vorbereitet. Das Video dazu? Liegt noch auf Halde. Nicht, weil ich keine Lust habe. Eher, weil mir gerade der letzte Antrieb fehlt, es sauber fertig zu machen. Ich weiß, dass ich es machen will. Aber gerade ist es noch nicht so weit.
Auch auf der Partnerseite hat sich einiges verändert. Einige Kooperationen sind seit Anfang des Jahres nicht mehr da, unter anderem auch ein Reifenpartner. Ohne Drama, ohne Nachtreten. Ich schätze die Zusammenarbeit weiterhin und gut ist. Dinge verändern sich, manchmal schneller als man denkt.
Parallel dazu ist im familiären Umfeld etwas passiert, das hängen geblieben ist. Herzinfarkt, mehrere Stents. Das ist nichts, was man einfach so wegschiebt. Es geht den Umständen entsprechend wieder besser, aber solche Dinge wirken nach. Leise, aber spürbar.
Dann gab es noch eine Begegnung mit einer Frau. Interessant trifft es ganz gut. Mehr gehört hier auch nicht rein. Manche Dinge bleiben einfach da, wo sie passiert sind.
Am Wochenende war dann die Kohlrouladenrunde. Ich hatte mir im Vorfeld ein bisschen mehr Teilnehmer vorgestellt, wenn ich ehrlich bin. Es gab ein paar Absagen. Am Ende war es okay. Wirklich. Die, die da waren, waren da. Und das zählt.
Was mich beschäftigt, sind die zwei Stürze. Sowas lässt mich nicht kalt, auch wenn ich weiß, dass ich nicht dafür verantwortlich bin. Der eine fährt schon wieder Fahrrad, das ist ein gutes Zeichen. Beim anderen gab es noch am Sonntag Probleme, unter anderem mit dem Sehen. Da gehen die Gedanken automatisch los. Gehirnerschütterung, alles, was dazugehört. Man wünscht sich einfach, dass es glimpflich ausgeht.
Und genau da bin ich gerade. Zwischen Gedanken, die kommen und gehen. Zwischen Dingen, die ich mache, und Dingen, die noch liegen bleiben. Zwischen Energie und einem gewissen inneren Leerlauf.
Es fühlt sich im Moment ein bisschen an wie: alles kann, nichts muss.
Nicht im Sinne von Egalheit. Sondern eher als Zustand. Dinge sortieren sich. Manche schneller, manche langsamer. Ich zwinge mich nicht mehr in jeden Takt rein, nur damit es nach außen rund aussieht.
Was ich aber merke: Ich brauche zwischendurch einfach einen anderen Blick. Andere Orte. Andere Eindrücke. Nicht immer nur das gleiche Umfeld, die gleichen Wege, die gleichen Gesichter. Das ist nicht böse gemeint, aber irgendwann fühlt es sich einfach zu gleich an. Zu eng.
Ende des Monats bin ich ein paar Tage am Gardasee, unter anderem beim Bike Festival in Riva del Garda. Danach geht es relativ schnell weiter in die Dolomiten zum Paganella Bike Park zur Saisoneröffnung. Und diesmal nicht nur kurz, sondern eine ganze Woche.
Ich hoffe, dass ich dort ein bisschen Abstand bekomme. Nicht vor etwas weglaufen, sondern einfach rauskommen. Neue Eindrücke sammeln, den Kopf freier kriegen, Energie mitnehmen.
Ich merke, dass ich immer noch dran bin. Auch wenn es sich nicht jeden Tag so anfühlt. Und vielleicht reicht das gerade auch.
Einfach weitermachen. In meinem Tempo.
Der Florian